Informationen zum Thema Bisphenol A 

Bei WIKIPEDIA, der freien Enzyklopädie, ist aktuell folgendes zu Bisphenol A vermerkt:

"Bisphenol A (BPA) ist ein Derivat des Diphenylmethans. Es steht im Verdacht krebserregend zu sein und andere schwere Störungen hervorzurufen ...

Bisphenol A wird als Hauptbestandteil bei der Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen (z. B. für Compact Discs, Plastikschüsseln, Babyfläschchen) und Epoxydharzlacken (z. B. für Beschichtungen von Konservendosen und Folienverpackungen) verwendet ...

Bisphenol A ist ein Xeno-Estrogen mit Estrogenähnliche Wirkung (siehe auch Endokrine Disruptoren) und steht im Verdacht, gesundheits- und erbgutschädigend zu sein. Es stört nicht nur Sexualentwicklung, sondern auch Gehirnentwicklung bei Mäusen. Aktuellen amerikanischen Untersuchungen zufolge könnte auch die zivilisatorische Fettleibigkeit darin eine der Ursachen haben.

Wärme, Säuren und Laugen begünstigen das Herauslösen aus dem Kunststoff. Kochendes Wasser beschleunigt die Rate auf das 55-fache.

Bis 2006 galt ein Grenzwert von 10 µg pro kg Körpergewicht und pro Tag für die maximal aufgenommene Menge pro Tag. Aufgrund bisher noch nicht veröffentlichter Studien, nach denen auch höhere Dosen unbedenklich sein sollen, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit den Grenzwert auf 50 µg/kg pro Tag angehoben."

Verbot von Bisphenol A in Kanada
Während also in Europa die Grenzwerte für Bisphenol A angehoben wurden, obwohl das Umweltbundesamt ein gänzliches Verbot von Bisphenol A in Babyflaschen fordert, wurde die Verwendung von Bisphenol A insbesondere in Verbindung mit Babyprodukten in anderen Ländern bereits mit einem Verbot belegt oder wenigstens stark reglementiert.
So ist in Kanada aus diesem Grund die Herstellung, der Import oder der Verkauf von Babyflaschen aus Polycarbonat, für das der Grundbaustein Bisphenol A verwendet wird, künftig verboten. Zudem wird Bisphenol A jetzt offiziell als „gefährliche Substanz“ eingestuft. Kommentar des kanadischen Gesundheitsministers Tony Clement: „Better safe than sorry!“

Handelsketten nehmen Babyflaschen aus Polycarbonat aus den Regalen
Auch der Handel geht sensibel mit dem Thema Bisphenol A um. So haben z.B. Wal-Mart und Tors'R'Us beschlossen, alle Flaschen aus Polycarbonat (deren Hauptbestandteil Bisphenol A ist) aus ihren Regalen zu verbannen. Eine große Drogeriekette in Kanada nimmt sogar Babyflaschen aus Polycarbonat zurück und erstattet den Kaufpreis.

Klage gegen Anbieter von Babyflaschen in den USA
Auch in den USA wurde bereits auf dieses Thema reagiert und in einigen Staaten eine Klage gegen alle führenden Hersteller angestrengt, die dort Babyflaschen aus Polycarbonat verkaufen. Dabei geht es um ein Klagevolumen in Höhe von 1 Mrd. Dollar.

Studien zum Thema Bisphenol A
Weit mehr als 100 internationale Studien belegen die Gefährlichkeit von Bisphenol A bereits in kleinsten Dosen. In Tierversuchen blockierten geringe Dosen die Gehirnentwicklung und stoppten zudem den Signalweg von Östrogenen, der für die natürliche Entwicklung von Gehirnzellen von Bedeutung ist. Bereits bei 0,02 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht können Schädigungen des Erbguts entstehen.

Die Gesundheit von Säuglingen ist dabei besonders gefährdet, da ihr Hormonsystem noch nicht ausgereift ist – ihr Körper erkennt Bisphenol A als „echtes“ Hormon, was zu Fehlentwicklungen, Unfruchtbarkeit bei Jungen oder einem verfrühten Einsatz der Pubertät bei Mädchen führen kann. Selbst neurologische, krebserregende und erbgutschädigenden Auswirkungen können nicht ausgeschlossen werden.

Der Entwicklungsbiologe Fredrick vom Saal überprüfte 163 Niedrigdosis-Studien, die bis November 2006 veröffentlicht wurden: Von 152 öffentlich finanzierten Studien wiesen 138 auf gesundheitliche Schäden durch Bisphenol A hin. Interessant ist, dass alle 11 industriell gesponserten Studien zu einem negativen Ergebnis kamen, d.h. keine Gefährdung durch Bisphenol A sehen.

In einer weiteren aktuell veröffentlichten Studie haben amerikanische Wissenschaftler 2517 Urinproben von Personen älter als 6 Jahre untersucht, von denen 93% Konzentrationen von Bisphenol A aufwiesen, die höher waren als jene, die in Tierversuchen bereits zu Krankheiten und Geburtsschäden geführt haben.
In anderen Studien konnte Bisphenol A auch im Blut, Zellmaterial und anderen Körperflüssigkeiten nachgewiesen werden.

Während internationale Experten auf die Gefahren durch Bisphenol A hinweisen, wird die schädliche Chemikalie von führenden Babyflaschenherstellern in Deutschland bzw. Europa nach wie vor verharmlost.

Pressemitteilungen und Studien zu diesem Thema finden Sie hier.